2018 - 2019

27. Oktober 2018

 

Hier wird Harald nun statt mir weiter schreiben ;-) neben der e-mails, die hin und her gehen.

ich schreibe derzeit auch - aber Bücher... und vielleicht mal einen Kommentar :)

Bis Bald 

Cornelia

 

 

Jänner 2019

 

Wie ihr seht, ist Harald kein großer Logbuch-Schreiber ;-)

Also halte ich Euch wieder auf dem Laufenden...

Florimell hat das Sommerlager im Rio Dulce gut überstanden und ihr Captain segelte sie einhand von Guatemala um Honduras herum, nach Panama. Sie waren eine Woche unterwegs mit bis zu 40 Knoten Wind aus NNO. Am 17. Dezember liefen sie in Portobelo ein. Die Bright Star hatte denselben Weg und gemeinsam erkundeten die beiden Schiffe die San Blas Inseln... So wusste Harald schon gut Bescheid, als seine erste Crew aus Kärnten über Weihnachten an Bord war. 

 

 

 

LOGBOOK aus dem KUNA-YALA-Land

 

Freitag, 4. Jänner

 

3 Uhr morgens. Das Flughafentaxi steht vor der Tür und ich verabschiede mich von meiner Tochter Lilly und Felix, ihrem Freund. Ein Winken aus dem Taxifenster und wir sehen uns in 2 Monaten wieder. „Nur2 Monate dieses Jahr. Nicht 7 bis 10 Monate wie in den letzten Jahren. Diesmal geht es zu den San Blas-Inseln, die „kleine Südsee, wie sie unter den Seglern genannt werden.

 

Der Flug Wien – Frankfurt – Panama geht reibungslos – bis auf meinen Sitzplatz – zwischen zwei recht korpulenten Männern eingekeilt musste ich meinen Platz 11 Stunden lang verteidigen. Umso mehr freue ich mich über die Landung in Panama City – und noch mehr, als mein Koffer am Gepäcksband erscheint J

 

Schnurstraks Richtung Taxi – und schon spricht mich einer an: „Taxi Madam?– „Quanto para Portobelo?frage ich zurück. – er rechnet ein Weile – denn Portobelo liegt auf der anderen Seite von Panama – am Atlantik. „160 Dollarkam aus seinen Mund... Ich lache... „No... ciento (100,-) antworte ich...Er schüttelt den Kopf... „140– ich bleibe bei 100... er versucht noch 120,- - aber ich bleibe hart und wende mich zum gehen. Natürlich läuft er mir nach... ok! Ciento! – also steige ich in das Taxi und es geht los. Er tankt noch... ich biete ihm einen Kaugummi an... und es beginnt eine kleine Unterhaltung mit meinen rudimentären Spanischkenntnissen. 1,8 Mio Einwohner hat Panama City... er wohnt 15 Minuten außerhalb der Stadt mit seiner Familie... die Autobahn ist eine gute Sache... etc. In 45 Minuten sind wir an der Atlantik Küste... in Colon. Nur noch 33 km bis Portobelo – aber die brauchen länger als die vielen Kilometer durchs Land. Eine enge gewundene Straße entlang der Küste mit Bodenwellen und Kurven lässt die 33 km endlos erscheinen. Es ist auch bereits dunkel. 

Ich werde müde und unsere Unterhaltung schläft ein. Der Driver wird etwas genervt, weil es sich so zieht... und als wir endlich ankommen, versucht er nochmal auf 120,- Dollar aufzustocken. Aber ich gebe ihm die vereinbarten 100,- und 5,- Trinkgeld – nicht besonders glücklich zieht er von Dannen.

 

Die „Casa Vela– wo mich Harald erwartet – entpuppt sich als herunter gekommenes einstöckiges Ein-Zimmer-Gebäude mit Hängematte, 3 Hunden und 3 Katzen direkt am Wasser. Ein deutsches Pärchen ist hier hängen geblieben – er repariert Segel, sie kocht Pizza und Hühnchen. 

Harald und Renzi erwarten mich beim 2. Bier und dankbar bestelle ich mir auch eines – denn der Durst ist schon groß. Die Luft ist für mich noch ungewohnt schwer und dick.

Wir tauschen die wichtigsten Ereignisse aus und dann geht es zur Florimell, von der schon fröhliches Lachen herüberklingt. Corina, eine Hamburgerin und 5 St. Veiter sind an Bord – full House – und Harald tritt mir seine Koje ab. 

 

Herrlich! Endlich ausgestreckt mit Blick in den Sternenhimmel mit kühlem Luftzug durch die Luken... aber – das Schlafen ist nicht so einfach – am Nachbarschiff wird nonstop die ganze Nacht hindurch Party gefeiert – und es scheinen Drogen im Spiel zu sein. Dennoch genieße ich meine Schlafepisoden nach dem langen Flug. 

 

 

 

Samstag, 5. Jänner

 

Guten Morgen Florimell. Wie geht es dir?

Sie scheint guter Dinge zu sein und schickt mir ein freundliches Plätschern zurück. 

 

Die Crew packt ihre Sachen nach dem Frühstück zusammen während ich die Küche putze, den Staubsauger anwerfe und mit Chlorwasser die Sanitärs durchputze, wo noch etwas Sommerschimmel zu sehen ist.

 

Harald fährt zum Partyboot rüber und gibt dort Bescheid, dass sie alle Segler rundum wach gehalten haben – sie entschuldigen sich „ Oh sorry, we took some koks and cant stop!– tja, was soll man da drauf sagen?

 

Gegen Mittag kommt ein Dinghy zum Schiff – Erich – ein neues Crewmitglied aus Bayern kommt an Bord – Willkommen! Und in der Casa Vela treffen wir auf Mila, das zweite Crewmitglied für die nächsten 2 Wochen. 

 

Während Harald ihr Gepäck an Bord bringt, unterhalte ich mich mit einem steirischen Einhandsegler, der seit seiner 1jährigen Reise schon einiges Pech hatte – denn genau an Heilig Abend wurde ihm sein Dinghy gestohlen (das er ohne Motor wieder fand) – davor seine Kreditkarte und sein Handy... er scheint sich in diesen Ländern noch nicht so richtig zu verhalten, um Diebstahl vermeiden zu können.

 

Nachmittags geht es auf Jagd -  nach frischem Obst und Gemüse, das hier nicht so leicht zu bekommen ist! Aber wir finden dann doch einiges bei den ortsansässigen Chinesen, versteckt in Plastiksackerln in diversen Kühlschränken. 

Mit vollen Taschen kehren wir zum Boot zurück – auf den San Blas Cays wird es nichts zu kaufen geben außer wir treffen zufällig auf Verkaufsboote. 

 

„Bei uns gibt es die beste Pizza in ganz Panamabehauptet die raffe Wirtin der Casa Vela – selbst nicht italienisch, sondern deutscher Abstammung. Wir bestellen 4 Pizzen – und sie sind knusprig und gut – aber vermutlich fertig tiefgekühlt gekauft. Mit Pizza und Bier lassen wir den Tag ausklingen.

 

 

 

Sonntag, 6. Jänner

 

Portobelo ist ein kleines Dorf mit großer Kirche, die leuchtend violett und weiß gestrichen ist. Berühmt ist sie wegen ihrem „schwarzen Jesusder mit königlichem Gewand unter einem weißen gekreuzigten Jesus trohnt. Vor der Kirche reihen sich mehrere Stände mit ebenso violetten Rosenkränzen zum Kauf. In der Kirche findet gerade eine Messe statt und rund um dem Altar blinken bunte Weihnachtslichterketten.

 

Wir gehen weiter zu einer der drei Festungen in dieser offenbar heiß begehrten Bucht zu Zeiten der spanischen Eroberungen – etliche Kanonen verteidigten das neue Land und noch heute liegen sie an ihren Plätzen. Der Ausblick in die Bucht lässt mich einige Wracks entdecken... und ich schmunzle über die bunten Sat-Antennen auf den einfachsten Häusern, zwischen denen leider immer Müll liegt. 

 

Eine Staffelei in einem kleinen Häuschen zieht Harald magisch an. „Buena!begrüßt uns ein Schwarzer und erklärt uns, dass das hier das freie Atelier für alle Künstler von Portobelo ist. Er hat ein Selbstportrait gemalt und freut sich über ein gemeinsames Foto vor seinem Kunstwerk. 

 

Wieder in der Casa Vela treffen wir auf die Crew von „Fritz the Cateinem Österreicher, der schon viele Jahre in dieser Ecke zubringt. – Er ist bereits eine Legende, denn er versucht hier schon lange sein Business aufzuziehen, das allerdings nicht von allzu viel Glück gesegnet ist. Unter anderem hat er sich mit einer Fähre, die er gekauft, hergerichtet und dann auf ein Riff gefahren hat, ein Denkmal gesetzt. Danach holte er einen großen Catamaran von einem anderen Riff herunter, richtete ihn wieder her – und dann nahm ihm das Boot die panamesische Regierung weg. Aber er lässt sich nicht unterkriegen und macht weiterhin Charter mit einem anderen Catamaran. 

 

10.30 Uhr – ich stehe wieder nach langer Zeit an der Ankerkette und hole den Anker hoch... es geht raus auf den Ozean – Kurs West zur Isla Linton. 

 

Der Captain entscheidet sich für einen Kreuzkurs – ein Schlag ca. 10 Seemeilen nach NW und zurück 10 Seemeilen nach SO. So kommen wir ohne Motor aus. Für Mila ist es das erste Mal auf einem Segelboot und sie bekommt ein etwas flaues Gefühl nach unserem Mittagessen auf See, besonders als ein großer Barracuda unseren Köder schluckt und Harald ihn im Cockpit tötet und filetiert... das hat sie zuvor noch nie erlebt und ihre Magennerven zusätzlich strapaziert. Aber als einige Delphine uns begrüßen und einige Zeit lang begleiten, ist auch für Mila ihr Bauchgefühl vergessen. Erich ist selbst Segler, hatte ein Boot in Kroatien liegen und kann auch gut zur Hand gehen.

 

Ca. 15 Uhr laufen wir in die Bucht von Linton ein und ankern unter mehreren Booten  für die Nacht. Der Barracuda schenkt uns ein köstliches Abendessen und reich von den Ereignissen des Tages fallen alle in ihre Kojen... es ist ein wenig rollig – aber wir schlafen herrlich im sanften Wiegen der Wellen.

 

 

 

 

Montag 7. Jänner

 

6.00 Tagwache!

Wir haben eine längere Überfahrt von 42 Seemeilen vor uns und müssen bei Sonnenaufgang los. Hier geht die Sonne erst um 6.30 auf und wieder um 18.30 unter. 

Isla Linton & Isla Grande, ein Urlaubsgebiet für die Panamesen, lassen wir hinter uns. 

Die Überfahrt ist wieder etwas rauer, und Milas Magen meldet sich wieder, aber es wird von Tag zu Tag besser. 

Zwei mal schlägt das Fischerherz höher als ein vertrautes grrrrrrrrrrrrrrrr... zu hören ist: zwei große Fische beißen an – Harald hat einen wunderschönen Mahi-Mahi beinahe beim Heck, als er entkommt. Der zweite Fisch kann sich gleich losreißen. Ich vergönne es ihnen.

Wir haben 10 bis 20 Knoten aus Nord mit 3 Meter Welle(!), machen aber dennoch gute Fahrt und kommen um 14.30 Uhr in den Chichime Cays an. Türkises Wasser leuchtet uns entgegen, traumhafte Palmenstrände und lustige Bambushütten. Der Captain bahnt sich den Weg durch Riffe und ankernde Segler... unser Anker hält beim zweiten Versuch. 

Neben uns kommt ein Charterboot mit einem älteren Ehepaar rein, die offenbar nie ankern gelernt haben, sie legen ihre Kette quer über die von anderen drüber, stehen quer – es ist schlimm anzusehen – bis ein beherzter Segler ins Dinghy steigt, zu ihnen an Bord kommt, um das Ankermanöver selbst durchzuführen. Die Bucht atmet auf – denn solche Segler sind ein Risiko für alle umliegenden Boote. (Und mir ist immer wieder schleierhaft, wer so aller mit Charterbooten unterwegs ist).

 

Auch ein großer Cat mit 15 Leuten an Bord hat Probleme, als sein Motor ausfällt – aber er ist geübt – der Skipper schiebt das große Boot mit dem Dinghy dorthin, wo es sein soll und setzt den Anker punktgenau.

 

16.00 Uhr

Es geht zum Schnorcheln – Mila lernt sehr schnell und ist bald mit von der Partie. Ich kämpfe mit einer undichten Brille und muss alle 5 Minuten ausblasen... Das Riff ist jedoch nichts Besonderes – wenig Fische, wenig Korallen.

 

17.20 Uhr

Landgang auf die erste Insel!

Und es ist schöner als auf jeder Postkarte! Beinahe schon kitschig schön ;-)

Die Kuna Indios leben in kleinen Bambushütten, darin Hängematten als Schlafplatz, gekocht und gearbeitet wird draußen. Rucksacktouristen buchen hier auch Nächtigungen – doch sind die Touristenhütten so voller Ungeziefer, dass sich jeder Backpacker  lieber sein Zelt aufstellt. 

 

Beim Inselrundgang sehen wir wunderschöne Molas – die traditionellen Handarbeiten der Kuna-Indios - und wir handeln einen guten Preis dafür aus. In einer Hütte bekommen wir um 4 Dollar „Coco Loco– eine aufgeschnittene frische Kokosnuss, deren Kokoswasser mit Rum „verfeinertwird. 

Eine alte Kunafrau stampft Kartoffel, während ein grüner Papagei lautstark vom Dach zetert. Sie ist die Herrin hier – denn ihr Mann liefert ihr sogleich unser Geld ab.

 

Die alten Kunafrauen sind noch sehr schön traditionell gekleidet – mit einem Goldring durch die Nase und bunten Perlen an Händen und Füssen, die spezielle Muster tragen. 

 

1982 war Harald das erste Mal auf den San Blas Inseln – damals war natürlich vieles anders! – vor allem gab es keinen Plastikmüll an allen Stränden dieser paradiesischen Inseln. 

 

 

 

Dienstag 8. Jänner

 

8.30 Frühstück – 9.30 Abfahrt. 

Ich hole den Anker hoch – Erich hilft beim Großsegel setzen. Wir haben gut Wind und setzen die Genua dazu. 

Es geht weiter von Chichime Cays nach Wichubhuala und Nalunega – südlich der Isla Provenir. Bis an den Rand komplett verbaut mit Bambus- und Palmenhütten, sehen diese Inseln völlig überladen aus. Wie ein Irrgarten zieht sich das Dorf über die gesamte Insel – Sternförmig gehen Ausleger ins Meer hinaus - die Toiletten – wassergespülte Plumpsklos! 

 

Als wir als einziges Schiff ankommen, geht sofort ein Lauffeuer durch das Dorf und als wir in die engen Sandgassen eintreten, stehen die Kunas mit ihren Molas bereit. Neugierige Kinder kommen herbei und wir schenken ihnen Malbücher und Stifte, die sie ganz stolz an sich drücken. 

 

Völlig unpassend erheben sich über den einfachen Strohdächern Solarpanele und Sat-Schüsseln – ein groteskes Bild. Im Zentrum steht die Schule – ein Betonbau. Und dahinter der Christbaum des Dorfes. Ich bin fasziniert – denn er wurde aus lauter Petflaschen gebaut! – Wenigstens eine sinnvolle Anwendung des Mülls, den es auch hier in Mengen anspült. 

 

Mila probiert traditionelle Mola-Blusen, aber leider sind alle zu klein. Ich tausche ein Mola gegen ein schönes Tuch, das ich zu diesem Zweck mitgenommen habe.

Die Hütten sind einfach – Matratzen liegen auf Bierkisten, in Hängematten sticken Frauen ihre Molas... nur ein Haus ist aus Stein und innen sauber eingerichtet mit Fließen, Sofa und TV... wer mag wohl der Eigentümer sein? 

 

Beim Kaufmann des Dorfes, der sehr geschäftstüchtig ist, kaufen wir zwei lebende Langusten für 10 Dollar und eisgekühltes Bier.

Nach einigen Irrwegen durch das Dorf verlassen wir es unter Zurufen der Kinder am Steg, die zwar neugierig sind, aber auch scheu.

 

 

Mittwoch, 9. Jänner

 

9.30 Seglerroutine: 

Anker hoch – Groß – Genua. Erich kennt sich immer besser mit den Segelgepflogenheiten aus und hilft tatkräftig mit. Und auch Mila wird immer interessierter.

Wir erreichen nach kurzer Überfahrt die Naguargandup Cays und unser Captain geht gleich mit der Harpune auf Jagd. Ergebnis: Eine Languste, eine Riesenkrabbe und zwei Fische fürs Abendessen J

 

Hier ankern nur 3 Schiffe – eines davon die Belize! Karl und Patrizia kommen zu Besuch an Bord und wir tauschen neuen Seglertratsch aus. 

 

 

 

Donnerstag, 10. Jänner

 

Auf der Insel gibt es viele Kokosnüsse Jund wir versorgen uns damit! Nebenwirkung: Sandflies So viele, dass wir samt Kleidung ins Wasser springen, um ja keine mit an Bord zu nehmen. 

 

Kurs SO 105 ° nach Coco Banderas. Wir haben immer zwischen 10 und 20 Knoten Wind – ideale Segelbedingungen. Die San Blas-Inseln sind aufgrund der geringen Entfernungen bestens für Törns geeignet.

 

Nach 2 Stunden liegen die Inseln vor uns. Unglaublich! – Wir sind im Paradies gelandet! Atolle wie in den Tuamotos – laut unserem südseekundigen Captain. 

Wir halten es nicht lange aus und müssen ins Wasser – ein herrliches Korallenriff mit größeren Fischen empfängt uns und ich schnorchle einhändig über die bunten Gärten Posseidons (mit der zweiten Hand halte ich immer noch meine undichte Taucherbrille zu).

Seltsame neonblaue Anemonen am Meeresgrund... Soldatenfische, Papageienfische und viele andere mehr. Das Loch in meiner Maske ist nervig, also beschließe ich zurück zu kehren... und entdecke am Riffrand einen großen Rochen – ich möchte ihn filmen... da kommt ein anderes Motiv daher geschwommen – ein wirklich großer Ammenhai! Respektvoll bleibe ich filmend auf Abstand... elegant zieht er seinen Weg.

Beim Auftauchen steht ein Regenbogen über mir und Pelikane jagen im Riff nach Fischen... es ist malerisch und ich bin dankbar, dass ich diesen wunderschönen Ort entdecken darf.

Die Locals, die auf einer Insel eine Hütte haben, kommen vom Fischfang zurück – sie haben mehrere Langusten und – welch ein Schock – eine große Schildkröte gefangen, die sie mit Leinen gefesselt zu zweit an Land tragen und einfach am Rücken liegen lassen! 

 

Bald kommen auch Harald und Erich von der Jagd zurück – 4 Langusten und eine Krabbe sind die Beute, die gleich in Kochtopf und Bratpfanne landen. Wieder ein herrliches Abendessen... doch ich muss ständig an die arme Schildkröte denken, die einen langsamen Tod sterben muss.

 

 

Freitag, 11. Jänner

 

Wir bleiben noch in Coco Banderas... ich habe leider mit meinen Nono-Bissen zu tun – wieder an die 200 oder mehr, verteilt auf Beinen, Armen, Bauch, Rücken und sogar im Gesicht... auch Mila kämpft mit juckenden Bissen auf ihren Beinen. Nur die Männer spüren nichts mehr. Woran das wohl liegen mag?

Wir fahren zur Insel – die Schildkröte schaut schlimm aus... Augen quellen raus, Schnüre schneiden in die Flossen... ich blicke traurig von ihr zu den Männern – und frage, ob sie gegessen wird. Er nickt und lacht – für sie ist es ihr altes Jagdrecht für ein Festessen im Dorf.

 

Harald und Erich gehen wieder auf Jagd und bringen zwei kleine Fische und eine Languste mit. Mit der Harpune müssen die Tiere nie leiden. 

 

Die Kunas auf der Insel fragen, ob wir Tomatensauce an Bord haben? Harald schlägt einen Tausch gegen die 5 Langusten vor, die noch im Einbaum liegen und sie sind einverstanden. So tauschen wir Reis, Tomatensauce, Kekse und Saft gegen 5 wunderbare Lobster. 

 

Das Universum verwöhnt uns noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang in dessen Gegenlicht die Pelikane ihre Sturzflüge ins flache Wasser fliegen... 

 

 

 

 

Freitag, 11. Jänner

 

Wir bleiben noch in Coco Banderas... ich habe leider mit meinen Nono-Bissen zu tun – wieder an die 200 oder mehr, verteilt auf Beinen, Armen, Bauch, Rücken und sogar im Gesicht... auch Mila kämpft mit juckenden Bissen auf ihren Beinen. Nur die Männer spüren nichts mehr. Woran das wohl liegen mag?

Wir fahren zur Insel – die Schildkröte schaut schlimm aus... Augen quellen raus, Schnüre schneiden in die Flossen... ich blicke traurig von ihr zu den Männern – und frage, ob sie gegessen wird. Er nickt und lacht – für sie ist es ihr altes Jagdrecht für ein Festessen im Dorf.

 

Harald und Erich gehen wieder auf Jagd und bringen zwei kleine Fische und eine Languste mit. Mit der Harpune müssen die Tiere nie leiden. 

 

Die Kunas auf der Insel fragen, ob wir Tomatensauce an Bord haben? Harald schlägt einen Tausch gegen die 5 Langusten vor, die noch im Einbaum liegen und sie sind einverstanden. So tauschen wir Reis, Tomatensauce, Kekse und Saft gegen 5 wunderbare Lobster. 

 

Das Universum verwöhnt uns noch mit einem wunderschönen Sonnenuntergang in dessen Gegenlicht die Pelikane ihre Sturzflüge ins flache Wasser fliegen... 

 

 

Samstag, 12. Jänner

 

Keine gute Nacht für mich. Ich schlafe schwer ein – zu stark ist der Juckreiz der vielen Bisse... Um 12.45 halte ich es nicht mehr aus – ich versuche, den Bissen mit Wasserstoffperoxid beizukommen – ohne Erfolg. Mit Salben – ohne Erfolg. Mit Essig – ohne Erfolg... mit diversen Ölen und Lotionen... aber es hört nicht auf. Schließlich hilft nur noch Kratzen... bis 4.00 Uhr früh halten mich diese Nachwirkungen der Sandflies munter, dann kann ich endlich einschlafen.

 

Nach einem guten Frühstück kommen die beiden Kunas von der Insel mit dem Einbaum vorbei – sie fahren jetzt ins Dorf – ob Harald auf ihr Haus aufpasse könne (!)  Die hoffentlich schon tote Schildkröte liegt im Kanu...

 

Gegen 11 brechen wir auf Richtung Nargana und Corazon. Die größte Stadt auf San Blas.

 

Der Ort besteht aus zwei Inseln, verbunden durch eine überdachte Brücke. Hier herrscht gleich ein städtischeres Flair. Die Leute sind beschäftigt, laute Musik tönt weit über den Hauptplatz hinaus. Obst- und Gemüseladungen werden gelöscht – hierorts einfach mit Scheibtruhen... es gibt ein paar Läden und sogar ein Krankenhaus!

 

Diesen Umstand nütze ich und versuche eine Antihistamin-Salbe zu bekommen. Aber so einfach ist das nicht. Man muss auf die „Dottorawarten, die schaut mich an und verschreibt mir dann was gut ist. Direkt bei der Apotheke, die ebenfalls im Hospital ist, kann man nicht einkaufen. Also warte ich. Gemeinsam mit einer großen Familie... Oma, Tante, Mama und drei Kinder. Die Großmutter schaut mitleidsvoll auf meine roten Dippel und hebt jedesmal warnend den Zeigefinger, wenn ich kratzen möchte... lachend lasse ich immer wieder die Hand sinken. Ich stelle mich in den kühlen Luftzug, der im Gang herrscht... so ist es leichter.

 

Endlich kommt eine Krankenschwester und ich werde ordnungsgemäß als Patientin aufgenommen. Ich bin auf das Procedere gespannt. Man will meinen Pass – der ist auf dem Boot. Ich sage, dass ich die Nummer im Kopf habe – ok, ich darf ohne Pass „einchecken. Dann wird mir der Blutdruck gemessen, meine Größe, mein Gewicht und meine Temperatur erkundet und dokumentiert. Jetzt warte ich auf Audienz bei der Ärztin. 

 

Als ich nunendlich bei ihr bin, haben wir ein paar kleine Sprachhindernisse zu überwinden – aber letztendlich konnte alles geklärt werden. Sie verschreibt mir Antihistamin-Tabletten und eine antibiotische Salbe gegen die kleinen Entzündungen der Einstichstellen. Jetzt muss ich mit dem Rezept zur Kassa gehen und zahlen (15,- Dollar) und mit der abgestempelten Rechnung erhalte ich endlich in der Apotheke die Medikamente. Zeitaufwand ca. 2 Stunden. 

 

Harald kommt mich abholen und wir fahren zurück aufs Boot, wo alle schon bereit für den Ausflug in den Rio Diabolo sind. Ich lasse sie fahren, denn ich möchte mich mal entspannen – und schon die erste Tablette lässt den Juckreiz abklingen! Juchu!

 

Nach einer Stunden kommen Mila, Erich und Harald von ihrem Ausflug retour und – große Überraschung – sie haben ein riesiges Krokodil gesehen und fotografiert, das vor dem Dinghy den Fluss gequert hat! Mit ihren Badeabsichten war es allerdings dann vorbei ;-)

 

Vor der kleinen Stadt ist nicht schön ankern, das Wasser ist trüb und es ist laut – also brechen wir auf nach Green Island, das nur auf Sichtweite entfernt liegt.

Dort sind wir alleine und ankern für die Nacht... herrliches Wasser! Beim Schnorcheln entdecke ich zwei große Sting-Rays... sie haben absolut keine Angst vor mir und kommen sogar näher! Einer dreht sich direkt unter mir in den Sand ein und ich kann genau beobachten, wie er den Sand einsaugt und durch die Löcher auf seiner Oberseite wieder rausbläst!

 

 

 

 

Sonntag, 13. Jänner

 

Die Nacht ist ruhig und angenehm. Wieder lassen mich meine Nono-Bisse von 1.00 bis 3.30 wach sein – aber es ist bei weitem nicht mehr so schlimm wie letzte Nacht und ich genieße die Zeit im kühlen Salon ohne mich über das Nicht-Schlafen-Können ärgern zu müssen. 

 

Morgens ein Sprung in das türkise Wasser, eine kurze Schnorchelrunde und schon geht es weiter Richtung Holandes-Cays. Wind und Strömung sind günstig und wir segeln flott mit 8 Knoten dahin...

 

Die Holandes-Cays sind ein langgezogenes Barriere-Riff mit vielen gewundenen Einschnitten durch die man im Zick-Zack-Kurs hindurch fahren kann – Harald nimmt es sportlich und kreuzt zwischen den Riffen hinein ins Innere, wo wir von weitem schon die Brigth Star erkennen. Ich richte den Anker her - und schon kommt der Ruf aus einem näher kommenden Dinghy „schneller Conny!Franz von der Bright Star grüßt rüber und lachend greift der Anker in 2 m Wassertiefe. 

Wir sind gerade mit unserem üblichen frischen Mittagssalat fertig, als Franz und Margit auf einen Plausch rüber kommen. Weitere Österreicher lernen wir nach einem Schnorchelgang kennen: Fritz und Gitti von der TiFriCat, sie sind seit 2012 in der Karibik unterwegs, sie leben auf dem Boot und haben nichts mehr in Österreich. 

Italienische Pasta beschließt den Tag mit Geschichten aus Haralds Vergangenheit, wie er zum Segeln kam...

 

 

 

Montag, 14. Jänner

 

Endlich wieder herrlich geschlafen – fast ohne Jucken meiner Nono-Bisse J

So gut geschlafen, dass ich noch weiterschlafen hätte können, wenn Harald nicht „Frühstück! Es ist 8.30 Uhr!durchs Schiff gerufen hätte...

 

Der heutige Tag ist bedeckt und windig – so verbringen wir ihn mit nur einem Schnorchelgang gemütlich am Schiff. Mittlerweile konnten wir meine Tauchmaske mit Silikon wieder dicht bekommen, was mein Schnorchelerlebnis erheblich verbessert. 

Von Kunas, die vorbei kommen, kaufen wir einen großen Barsch ab und ich koche von seinem Kopf, Roggen und Gerippe Fischsuppe à la New Orleans. Die Filets wandern in den Kühlschrank...

 

Am neuen Ankerplatz wurde ein riesiges Rohr angeschwemmt! Es ist sicher über 100 Meter lang und entweder von einem Frachter gefallen oder von einem Bauprojekt angespült worden... morgen wollen wir Tubetauchen ;-) wer weiß was einem da entgegenkommt!

 

 

Dienstag, 15. Jänner

 

Stürmische Nacht – stürmischer Morgen. Der Himmel ist bedeckt – keine Sonne.

Wir machen uns dennoch schnorchelnd auf zum Tube... die Möwen, die in Reih und Glied am Rohr sitzen, nehmen mich im Wasser nicht als Gefahr wahr. Ich komme ganz nah an sie ran und erst als ich im seichten Wasser aufstehe – fliegen sie alle weg J

Die Brandung bewegt das ganze Rohr und im Inneren gurgelt und rauscht es ohrenbetäubend. Fische und Krabben bewohnen den Eingang... aber es ist schon halb mit Sand gefüllt und innen ist es zu finster um etwas erkennen zu können.

 

Harald sammelt uns drei wieder auf und wir fahren mit dem Dinghy ein gutes Stück zu Korallenstöcken inmitten einer Winddüse zwischen zwei Inseln. Plötzlich macht der Außenborder Mucken und so springen wir ins Wasser und lassen uns von der starken Strömung zurück zum Boot tragen. Ein herrliches Gefühl! (Und welch Glück, dass wir MIT der starken Strömung zum Boot zurück können ;-) denn gegenan komme ich nicht von der Stelle! So trieb ich schwerelos über riesige Baumkorallen, steuerte nur die Treibrichtung, um auch wirklich beim Boot anzukommen.

 

Ein schöner Segelschlag nach Lemon Cay – wieder herrlicher Salat zu Mittag und danach Inselerkundungen. Wir erstehen noch ein paar Molas und Armbänder... die uns von Hand angelegt werden! Die Indios haben dazu eine bestimmte Knüpftechnik und ich habe das Glück, ein traditionelles Muster zu ergattern.

Hinter einer Bambushütte wird ein Schwein gehalten. Die arme Sau muss mit 3 m2 Lebensraum auskommen.

 

Hungrig kehren wir an Bord zurück, wo es wieder herrliches Essen gibt: Fischsuppe – eingelegtes karibisches Gemüse und Fisch mit Gemüsereis... hmmmm!

Wie jeden Abend wird nach dem Essen bei guter Musik und Wein über Gott und die Welt philosophiert, Geschichten und Erfahrungen ausgetauscht und Scherze gerissen. 

 

 Mittwoch, 16. Januar 

 

Wolken und Starkwind. 

Wir heben den Anker und hüpfen zur nächsten Insel der Lemmon Cays, Naguarchirdup, wo sich ein Resort befindet. Ein großes Fischerboot liegt schon ziemlich zerstört am Riff. 

 

Heute ist Haarwaschtag mit Wasser-Spar-Technik: Köpfler ins Meer – dann einschäumen – ganz wenig Süßwasser dazu – wieder Kopfsprung ins Meer, alles ausspülen und zuletzt mit wenig Süßwasser abspülen. 

Das ins Wasser gebaute Restaurant überrascht mit einer Öffnung im Boden durch die eine Treppe zum Meeresgrund hinunter führt, wo sich viele Langusten, Fische, eine Schildkröte und ein Kofferfisch tummeln. Mit Korallensteinen abgegrenzt, haben sie hier einen relativ natürlichen Lebensraum und erhalten jede Menge Futter von den ringsum sitzenden Gästen.

 

Entlang der Cays segeln wir wieder nach Chichime und suchen uns einen Ankerplatz für die Nacht. Ich koche Fischcurry und wir schlagen uns die Bäuche voll bis wir nicht mehr können ;-) Für Mila und Erich sind die zwei Wochen viel zu schnell vergangen. Sie haben so viel Neues erleben dürfen. Beide sind eine Super-Crew, Mila ist zwar ein Segel-Neuling, aber interessiert und nicht zimperlich und Erich ist ein vollwertiges Mitglied im Segelteam. (Und sein Küchendienst ist vorbildlich ;-) 

 

Donnerstag, 17. Jänner

 

5.30 Uhr Tagwache!

Überfahrt zum Festland Richtung Linton. Starkwind aus NNO, 27 Knoten gegen an. Wir setzen das Groß mit 1. Reff und die halbe Genua. 

Florimell nimmt Fahrt auf – 7 Knoten – 8 – 9 – 10 Knoten! Es wird nass, die Wellenberge kommen über Deck. Mila wird wieder mulmig. Also nimmt der Captain etwas Fahrt raus und wir geben das 2. Reff ins Groß und holen die Genua noch etwas rein. Jetzt geht es mit 8 – 9 Knoten etwas ruhiger dahin. Kurs gegen Ost 300 °.

 

Grrrrrrrrrrrrrrrrrrr... es beißt tatsächlich ein Fisch an! Erich und Harald holen einen kleinen Tuna rein – ca. 2 kg schwer... das gibt leckeres Sashimi. Erich lässt die Leine nochmal raus... kurz darauf: grrrrrrrrrrrrrrr... der zweite Tuna! – die Männer wollen es noch ein drittes Mal versuchen – und tatsächlich! Grrrrrrrrrrrrrrrrrrr... ein dritter Tuna hängt am Haken! Jetzt reicht es aber! Wir lassen die Leinen auf der Rolle.

 

Nach der rasanten Überfahrt kommen wir schon um 13.30 in Linton an – die Bucht ist voll. Mit Mühe finden wir noch einen Ankerplatz nahe der Marina und Harald beginnt die drei Tuna zu filetieren. Erich ist glücklich – das war eine Überfahrt nach seinem Geschmack! Und Mila hat es auch gut überstanden. Jetzt wird Sashimi verkostet und Cervice gemacht. 

 

15.00 landgang.

Die Marina ist gut belegt – teilweise sehr große, teure Boote. So z.B. ein Kohlefaser-Luxuscat, ca 60 Fuß oder ein alter Racer, der schon bessere Tage gesehen hat: 22 Meter lang, 6 Coffeegrinder (als Kaffeemühlen bezeichnete Winchen) und hohe Masten. Ein stiller Zeuge vergangener Rennen.

 

Als wir zur Tankstelle gehen, sehe ich vor einem Boot ein Bambus-Rad stehen... „Nice Bicyclesag ich zu einem Burschen im Cockpit. Er erzählt, dass es einem Deutschen gehört, der damit um die Welt fährt... und in dem Moment steckt dieser auch schon verschlafen seinen Kopf aus der Luke. Er erzählt von seinem bisher 1,5 Jahre langen Trip – von München nach Delhi und dann weiter in die USA... aber die letzten 5 Tage waren die schlimmsten von Kolumbien nach Panama – er hat ein kleines Einrumpfboot mit 11 weiteren Jugendlichen geteilt und sich die Seele aus dem Leib gekotzt. 

Zwischen Kolumbien und Panama floriert ein reges Geschäftsleben für Backpacker, die zwischen den Ländern hin und her wollen, denn es gibt keine verbindende Straße! Diese „Seelenverkäuferwie Harald sie nennt, nehmen 110,- Euro pro Tag für einen engen Schlafplatz und stopfen das Boot so voll wie nur möglich. Kein Vergnügen.

 

Wir plaudern ein wenig mit dem Radfahrer und er gibt uns seine Karte: RIDE fort he PLANET #bamboobasti steht drauf. Er sagt, er will mit den Spenden, die er bekommt, Bäume pflanzen. Das Fahrrad hat er selbst gebaut - aus Bambus, mit Epoxi verbunden. Wir empfehlen ihm für die nächste Überfahrt einen Catamaran (wo ihm sicher weniger schlecht wird) und wünschen ihm noch eine gute Reise.

 

Wieder auf der Florimell kocht Harald einen Riesentopf Spaghetti mit Fischsauce. Der letzte Rotwein findet in die Gläser und wir stoßen wieder auf den gelungenen Tag an.

 

 

 

 

 

Freitag, 18. Jänner

Gemütliches Aufstehen und Frühstücken. Mila macht ihr tägliches Yoga an Deck. 

 

Gegen 9.30 holen wir den Anker hoch und fahren auf das offene Meer hinaus. 

 

Halbwind 25 kn. Wir kommen gut voran. Dann nehmen wir Butterfly-Kurs auf und beschleunigen auf 10,3 Knoten! ...viel zu schnell kommen wir nach 1,5 Stunden in Portobelo an – sodass wir noch am Eingang der Bucht unter einer der alten Festungen vor Anker gehen.

„Schademeint Mila, „jetzt hab ich mich richtig ans Segeln gewöhnt!

 

Nach einem Mittagssalat und Mittagsnickerchen hüpfen wir das kleine Stückchen weiter nach Portobelo. Plötzlich ertönt eine Fanfare über die Bucht – Fritz the Cat empfängt uns mit seiner Trompete! Sobald Florimell fest verankert ist, besuchen wir ihn auf seiner Jaqueline und erfahren viele Geschichten aus seinem Leben, die einen Roman wert wären. Von Wien über Südafrika, Cuba, Kolumbien bis Panama. 

Ich frage nach seinen Erfahrungen mit den San Blas Inseln und erfahre, dass in den Kuna-Zentren, wie z.B. auf der Isla Cati, Segler nicht so gern gesehen sind und Übergriffe möglich sind. Wir bekommen noch eine Kostprobe mit der Trompete und einem Horn bevor wir zurück zur Florimell fahren.

 

Abends gehen wir ins Dorf hinein... laute Musik schallt uns entgegen. Es ist Carnevalbeginn! Und die Jugend feiert auf ihre Weise. Von einem riesigen Wassertankwagen wird Wasser auf die tanzende Menge gespritzt und auf der anderen Seite stehen zwei Vans, deren Inneres mit Hi-Tech-Lautsprechern ausgefüllt ist – Ihre Motoren laufen und die Musik hat eine enorme Lautstärke. Einer hat sogar in seiner Hecktür einen Falchbild-TV eingebaut! Damit die Motoren nicht heiß werden, sind die Motorhauben geöffnet – der Motor ist mit Leuchtketten verziert und die Haube ist innen sonderlackiert! Wow! Welch ein Aufwand! Ich halte mir die Ohren zu beim vorbei gehen. 

Wir wollen ein anderes Lokal als die Casa Vela versuchen und setzen uns auf die Dachterrasse der Bäckerei. Pollo und Pulpo (Huhn und Oktopus) wird serviert. Weder gut noch billig. Ich esse nur einen Teil davon. Unbefriedigend. Also holte ich mir als Trost eine Zimtschnecke aus der Bäckerei.

 

Die Stadt ist nicht nur wegen Carneval aufgeregt. Der Papst hat seinen Besuch angesagt! Er macht eine Tour durch Panama und den schwarzen Jesus von Portobelo will er auch besuchen.

 

Am Rückweg treffen wir nochmal auf Fritz und Crew bevor wir etwas müde auf die Florimell zurück kehren und auf ihr den letzten gemeinsamen Abend genießen.

 

 

Samstag Putztag + Proviantierung

Sonntag Crewwechsel + Einkauf

 

Die nächsten beiden Wochen geht es erneut auf die Inseln. Ich werde nicht mehr jeden Tag Logbuch schreiben, nur falls etwas Außergewöhnliches geschieht. Denn ich möchte weiter an meinem nächsten Buch schreiben ;-)

 

Dann steht uns wieder eine gröbere Überfahrt bevor – Nordwärts nach Belize. Das wird wieder spannend...