Saddlers Herbal Project, St. Kitts

...wir segelten leider an St. Kitts vorbei - aber ich kenne das Projekt von Elisabeth und Kwando gut und möchte es weiter empfehlen! Wenn jemand  etwas sinnvolles tun will, dann ist heir die Gelegenheit für eine finanzielle Unterstützung! 

 

Es ist einfach bewundernswert, wie sich Menschen für eine gute Sache engagieren!

Österreich-gefördertes Projekt in der Karibik Jugendbetreuung auf Bio-Farm    

 

Saddlers Herbal Project in St. Kitts und Nevis feiert heuer sein fünfjähriges Jubiläum. Das Projekt wird seit 2012 von Farmbesitzer Stennett Harvey (Kwando) und Dr. Elisabeth Karamat, einer karenzierten Österreichische Diplomatin, nun Entwicklungshelferin, in Saddlers, St. Kitts betrieben. Es handelt sich um eines der seltenen rein biologischen Landwirtschaft-Initiativen auf der Insel.

 

Wir sind eine Bananenfarm in einem wirtschaftlich benachteiligten, von Affen geplagten Agrargebiet (90.000 Affen, 45.000 Menschen auf der Insel). Um unsere Bananen und unser Gemüse zu schützen, haben wir Drahtgitter-Säcke und -Käfige entwickelt. Wir betreuen eine Auswahl an Kindern, Risikojugend und arbeitsloser Jugend. Esel und Pferde der Farm werden in Tiergestützter-Therapie eingesetzt.

Das Projekt dient auch der Kontaktherstellung zw. Österreich und St. Kitts. In den vergangenen Jahren reisten 14 Österreichische Freiwillige nach St. Kitts, um im Projekt mitzuwirken. Das Unterrichtsministerium von St. Kitts, die Erzdiözese Wien, Die Pfarre Wiener Neustadt sowie das österreichische Außenministerium unterstützen das Projekt.

 

Unsere aktuellen Herausforderungen:

-Die Farm-Auffahrt zu reparieren, die durch die zwei Stürme im vergangenen Jahr beschädigt wurde.

-Das Kinder-E-Book graphisch zu gestalten. Die Erlöse aus dem Verkauf auf Amazon sollen an Risikojugend des Dorfs gehen, um sie in ihrer Weiterbildung zu unterstützen (Schuluniformen u Bücher bezahlen, eventuell Stipendium für Berufsschule)

-Material der Drahtsäcke für die Bananen in größeren Mengen zu bestellen.

 

Spenden können an folgendes Konto eingezahlt werden: Elisabeth Karamat, BIC: GIBAATWWXXX, IBAN: AT212011141036004016,
Betreff: Spende für Saddlers Herbal Project

Kontaktieren könnt Ihr uns über https://www.facebook.com/SaddlersHerbalProject. Wir sind für jede Unterstützung dankbar.    

Hintergrundinfo und Fotos:

Zielgruppen Kinder und Risiko-Jugend

Risiko-Jugend: Die Morde auf St Kitts gehen weiter und betreffen hauptsächliche junge Männer, die in Bandenfehden um da Drogengeschäft verwickelt sind.

Die jungen Männer müssen aus ihrem früheren Leben aussteigen wollen und von Kwando, dem Farmbesitzer, gut ausgewählt werden. Dennoch sind sie in unser Projekt schwer einzubinden, haben wenig Ausdauer, kommen und gehen. Es kann auch lebensgefährlich sein, in die Nähe krimineller Jugendlicher zu geraten. Wir erlebten tragische Fälle, etwa als einige unserer jungen Männer erschossen wurden. Positive Ergebnisse unseres Werkens lassen sich bemerken, wenn einige der jungen Männer Jobs in Gärtnereien, Bio-Gemüseanbau von Hotels und im Hafen bekommen.

Kinder: Banden rekrutieren früh ausgeschlossene Schulkinder. Deshalb sind die Kinder unsere zweite Zielgruppe. Elisabeth Karamat arbeitetet mit den schwächeren Klassen der Dorf-Grundschule. Die Kinder kommen auch regelmäßig auf die Farm.

Oftmals vernachlässigt, haben diese Kinder Lernschwierigkeiten. Gewalt gegen sie ist an der Tagesordnung. Nachdem es wenig Arbeit auf St. Kitts gibt, frage ich mich manchmal, ob diese Kinder schlussendlich auch von Drogenbanden rekrutiert werden. Kwando und Elisabeth sammeln ihre Kraft weiterzumachen im Gebet und in der Hoffnung auf eine Bewusstseinsveränderung auf der Insel, dieser Mikrokosmos, der die der Weltlage widerspiegelt.

Tiergestützte Betreuung von Kinder: Diese Form der Betreuung hat sich als wirksam gezeigt, um mit den Kindern emotional in Kontakt zu treten, fern ab vom Schullärm und Gruppenstress. Schon die Begrüßung der Esel und Pferde ist eine Bewusstseinsübung. Still die Handfläche aufhalten, sodass die Tiere sich in ihrem Tempo den Kindern nähern. Auf jede kleinste Bewegung wird reagiert. Der Hengst erschrickt etwa als einer der Jungs sein Chips-Packung durch die Luft wirbelt. In der Folge, fühlt sich der Junge von diesem großen starken Tier wahrgenommen und stellt sich auf ihn ein. Die Kinder lernen die Tiere als Teil unserer biologischen Landwirtschaft zu schätzen.

Bananenanbau geschützt vor den Affen:

Unser Schutzsystem gegen die Affen in Form von Drahtsäcken, die wir um die Bananentrauben stülpen, funktioniert. Um das Anmontieren zu vereinfachen, sollte es jedoch raffiniert werden.

Aus dem bisherigen Bananen-Verkauf konnten wir jeweils einen jungen Mann halbtags einstellen.

Ausbau des Bananenanbaus: Von Februar bis November 2016 erweiterte Kwando den Bananenanbau um einen Hektar. Einige Vertreter Landwirtschaftsministerium von St. Kitts besuchten die Farm und würdigten den Bananenanbau, da die Insel ein Bauernsterben erlebt und zudem viele Bananen durch die Dürre der letzten Jahre abstarben. Trotz Würdigung ist keine Unterstützung zu erwarten.

Wir vermitteln den Kindern und Jugendlichen, biologisch und nachhaltig in den Bananenhainen und den Gemüsebeeten zu arbeiten. Wir bauen Regenwassersammelstellen. TearDrop ist der einzige Esel, der Bananenpflanzen verweigert und nur Gras frisst. Daher wird dieser Esel im neuangebauten Bananenhain eingesetzt, um das hochwachsende Guinea-Gras abzugrasen und den Boden zu düngen.

Da wir uns derzeit auf den Bananenanbau konzentrierten, vernachlässigten wir die Gemüsekäfige. Was nicht weiter schlimm ist. Ingwer und Kurkuma gedeihen weiter in den Käfigen und es ist eine leichte Aufgabe, wieder Jungzwiebel, Tomaten und anderes anzubauen.

 

Elisabeth Karamat

7 Februar 2017